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Waldbrand im Frödischtal

Am 30. März 2014, einem sonnigen und trockenen Sonntagnachmittag ging bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle um 17:01 Uhr der Notruf über eine unklare Rauchentwicklung im Waldgebiet ein. Mehrere Personen aus Viktorsberg sahen Rauch im Frödischtal und alarmierten deshalb die Feuerwehr Viktorsberg.

Nach der Alarmierung der OF Viktorsberg gingen weitere Meldungen von Passanten ein, dass es in der „Höll“, einem steilabfallenden und felsdurchsetzten Waldstück entlang des Schönebuchweges auf Röthner Gemeindegebiet zu einem Waldbrand gekommen sei.

Die RFL alarmierte die Feuerwehr Röthis, die die bereits am Einsatzort befindliche Feuerwehr Viktorsberg bei den Löschmaßnahmen unterstützte. Einsatzleiter Kdt. Ing. Joachim Ellensohn entschied gemeinsam mit BFI Manfred Morscher und AFK Michael Moosbrugger die Nachalarmierung von Nachbarwehren aus den Abschnitten Vorderland (Klaus, Weiler, Sulz) und Rankweil (Zwischenwasser & Rankweil). Zusätzlich veranlasste der anwesende Kommandant der Polizeiinspektion Sulz, Otto Moser, einen Erkundungsflug durch den Polizeihubschrauber „Libelle“, um einen genauen Überblick über das Schadensausmaß zu erhalten.

 

Einsatzleitung im Bereich „Bildstöckle“

Das Einsatzleitfahrzeug der OF Rankweil stellte die nötige Infrastruktur für den Aufbau einer Einsatzleitung im Bereich „Malons“ (vis-a-vis der Einfahrt in den Schönebuchweg) etwa 1,2 Kilometer vor der Einsatz-stelle. Von hier aus wurden die nachrückenden Kräfte koordiniert und in späterer Folge der Kontakt mit der „Flugeinsatzleitung“ hergestellt.

 

Massive Absturzgefahr

Da das Gelände steilabfallend und felsdurchsetzt ist, wurde der Österreichische Bergrettungsdienst Rankweil alarmiert, der die Absturzsicherung der Löschmannschaften übernahm. Diese Maßnahme war absolut notwendig, um die Gesundheit der Einsatzmannschaft zu schützen und die körperlichen Strapazen zu reduzieren.

 

Enge Zufahrt und problematische Wasserversorgung

Die „Höll“ wird über den „Schönebuchweg“ erreicht. Dieser ist zwar als Forstweg für die Holzbringung mit LKW’s ausgelegt, es gibt jedoch nur an einigen Stellen Ausweichmöglichkeiten für den Gegenverkehr. Um kein Chaos bei der Zu- und Abfahrt zur Einsatzstelle zu bekommen, mussten die anrückenden Kräfte bei der Einsatzleitung optimal koordiniert werden. Der einzige Hydrant, der in der näheren Umgebung zur Verfügung steht, befindet sich bei der Abzweigung von der Viktorsbergerstrasse in den Schönebuchweg. Allerdings ist dieser direkt an die Quellableitung der Trinkwasserversorgung der Gemeinde Sulz angeschlossen und aufgrund der geringen Kapazität (Druck und Literleistung) nur kurzzeitig nutzbar.

Die Einsatzleitung entschied sich, eine B-Leitung vom Hydranten bis zur Einsatzstelle unter Einbau mehrere Relaispumpen zu erstellen. Da die Zuleitung zum Hydranten bereits nach kurzer Zeit „trocken“ war, mussten die Tanklöschfahrzeuge der umliegenden Feuerwehren einen Pendelverkehr von Hydranten im Ortsgebiet von Röthis bis zur „Übergabestelle“ bei der Einmündung in den Forstweg erstellen.

Mit dem Aufbau einer zweiten Versorgungsleitung von Viktorsberg aus wurde zwar begonnen, später jedoch wieder abgebrochen, da sie nicht mehr benötigt wurde.

 

Löschflüge mit der „Libelle“

Nach erfolgtem Erkundungsflug stellte sich heraus, dass es auch in unzugänglichem Gebiet unterhalb einer Felskante brannte. Es wurde entschieden, den Polizeihubschrauber für Löschflüge einzusetzen. Kameraden der Flughelferstützpunkte Frastanz, Hohenems, Nüziders und Egg errichteten die Flugeinsatzleitung sowie eine Wasserversorgung in Dafins, das dem Einsatzort genau gegenüberliegt und dem Hubschrauber Flüge ohne großen Höhenunterschied ermöglichte. Von dort aus konnten dem Piloten auch die genauen Abwurfpositionen bekanntgegeben werden. Über 30 Flüge mit jeweils 400 Liter Löschwasser wurden von der Libelle durchgeführt.

 

Einsatzerfolg

Noch bevor es richtig dunkel wurde, konnte „Brand-Aus“ gegeben und die Löschmannschaften aus dem steilen Gelände abgezogen werden. Da nicht sicher war, ob auch wirklich alle Glutnester gelöscht werden konnten und der Abbruch der Löschleitung bis spät abends gedauert hätte, wurde beschlossen, die Leitungen erst bei Tageslicht am darauffolgenden Tag nach erfolgter Kontrolle der Brandstelle abzubrechen.

Zweimal, einmal um Mitternacht und einmal um 06:00 Uhr in der Früh, kontrollierten Waldaufseher Stefan Lampert gemeinsam mit Kameraden der OF Röthis vom Masellaweg aus, der auf der gegenüberliegenden Talseite etwa in gleicher Höhe liegt, die Brandstelle mittels Wärmebildkamera. Es waren keine Glutnester mehr auszumachen. Ein erneuter Einsatz der Feuerwehr war nicht notwendig.

 

Einsatzende

Am Montag in der Früh begannen die Aufräumarbeiten der Schlauchleitungen durch Mitglieder der OF Röthis sowie Kameraden aus Klaus.

Glücklicherweise kamen bei diesem gefährlichen Einsatz keine Menschen zu Schaden. Der Brand, dessen Entstehung nach wie vor unbekannt ist, verursachte laut Agrargemeinschaft Röthis nur geringe Schäden.

 

Bildquellen: Dietmar Mathis; Privat